Gipfel der Bildung_31_Seeberger
Shownotes
SCHLECHTE NACHRICHTEN aus dem Bildungssystem sind zur Gewohnheit geworden: Der IQB-Bildungstrend zeigt seit Jahren, dass Schüler schlechter lesen, schreiben und rechnen können, doch der große Aufschrei bleibt aus. In einem neuen "Gipfel der Bildung" sprechen Jan-Martin Wiarda und Patrick Honecker darüber, warum der Bildungsfrust in Lethargie umgeschlagen ist – und weshalb genau das politisch gefährlich werden könnte.
Die Hauptperson der Podcast-Folge lenkt den Blick auf ein Gegenmittel: wenn die Wissenschaft für Menschen spürbar zur Gestaltungskraft ihrer Zukunft wird. Peter H. Seeberger ist Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, DFG-Vizepräsident – und Gründungsdirektor des neuen Center for the Transformation of Chemistry (CTC) im Mitteldeutschen Revier. Seeberger sagt über sich selbst und seine vielfältigen Rollen: "Ich bin Wissenschaftler, ich bin Forscher – und alles andere wächst daraus heraus."
Das CTC soll eines der größten Forschungszentren Ostdeutschlands werden, finanziert mit 1,2 Milliarden Euro aus dem "Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen". Das Ziel: die Chemieindustrie grundlegend von fossilen Rohstoffen zu lösen und zugleich neue Wertschöpfung und Arbeitsplätze in den ehemaligen Kohleregionen zu schaffen.
Ein Gespräch über eine Generationenaufgabe und missionsgetriebene "Moonshots": vom selbstfahrenden Chemielabor bis zum vollständig recycelbaren Auto. "Wenn wir das hinbekommen, dann können wir im Grunde alles wiederverwerten", sagt Seeberger.
Er ist überzeugt, dass Forschung künftig stärker auf gesellschaftliche Wirkung zielen muss. Es gehe um technologische Souveränität, industrielle Resilienz und die Rolle der Wissenschaft im Strukturwandel – passend zur Hightech-Agenda der Bundesregierung. Seeberger sagt: "Wenn wir der Bevölkerung in 15 Jahren 50 Nature- und Science-Paper hinlegen und sagen: Schaut, wir haben schöne Arbeiten geschrieben – dann werden viele sagen: Davon haben wir nichts."
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